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Antifaschistische Demonstration setzt deutliches Zeichen

veröffentlich am Samstag, 10. März 2007

Demo gegen NPD-Veranstaltung in RheineAm heutigen Samstag fand im Motorradclub-Vereinsheim “7th Heaven Outback” an der Habichtshöhe in Rheine eine Veranstaltung der neonazistischen NPD statt. 80 AntifaschistInnen versammelten sich auf dem Borneplatz. Gegen 17.15 Uhr setzte sich ein Demonstrationszug in Richtung Veranstaltungsort in Bewegung.

Eingeladen hatte der NPD-Landesverband NRW unter Federführung der NPD-Kreisverbände Steinfurt und Münster. Als “besondere Überraschung” kündigte die NPD ihren Bundesvorsitzenden Udo Voigt an. Der Einladung der NPD folgten Neonazis aus ganz Westfalen. Mit der Veranstaltung sollten gezielt neue Mitglieder gewonnen werden, weshalb Interessierte aus allen Landkreisen des Münsterlands eingeladen wurden.

AntifaschistInnen, die die extrem rechte Szene seit langer Zeit beobachten, sprachen davon, dass diese Veranstaltung für die NPD Steinfurt eine größere strategische Bedeutung hat. Der NPD Kreisverband Steinfurt plane im Zuge der Kommunalwahl 2009 in den Kreistag einzuziehen. Seit einem Jahr ist deshalb eine deutliche Zunahme von NPD-Aktivitäten im Kreis festzustellen. In der derzeitigen Situation versucht die NPD ihren Mitgliederstamm zu vergrößern, um gestärkt in den Wahlkampf einsteigen zu können. Bereits jetzt verfügt der Steinfurter NPD-Verband aber über ausreichende Strukturen, um immer wieder Veranstaltungen und Propagandaaktionen im gesamten Kreisgebiet durchzuführen.

Nachdem die Veranstaltung am späten Freitagabend bekannt wurde, riefen AntifaschistInnen, Parteien und Gewerkschaften zu einer Kundgebung in der Rheiner Innenstadt auf. An ihr beteiligten sich bis zu 80 Menschen aus unterschiedlichen Initativen, Organisationen und Parteien aus dem Kreis Steinfurt. Nachdem gegen 17.15 Uhr der genaue Veranstaltungsort bekannt wurde, formierte sich schnell ein Demonstrationszug in diese Richtung. Mit einer lautstarken und entschlossenen Demonstration wurde die Bevölkerung auf die NPD-Veranstaltung aufmerksam gemacht. Die Polizei stoppte die Demonstration vor Erreichen der Gaststätte. Die DemonstratInnen begaben sich nun zum Bahnhof, wo die Demonstration gegen 18.15 Uhr endete.

Bisher verfolgt die NPD die Strategie der Ruhe und Heimlichkeit, um ihre Veranstaltungen ungestört durchführen zu können. Beides ist der Partei am vergangenen Samstag in Rheine nicht gelungen. “Die NPD muss auch in Zukunft damit rechnen, dass viele DemokratInnen und AntifaschistInnen sich Ihnen in den Weg stellen werden und sie nicht ungestört ihre rassistische und antisemitische Propaganda verbreiten können”, sagte Markus Gelder vom Antifaschistischen Archiv Münsterland.

Die AntifaschistInnen sind mit dem Verlauf des Tages sehr zufrieden: “Der NPD sollte heute klar geworden sein, dass ihre Strategie der Ruhe und Heimlichkeit in Zukunft nicht mehr aufgehen wird. Alle gesellschaftlichen Gruppen und Organisationen sind im Kampf gegen ein Erstarken der NPD gefragt. Mit der Kundgebung und der anschließenden Demonstration ist hierfür in Rheine ein guter Grundstein gelegt worden, den es nun auszubauen gilt”, so Markus Gelder. Auch in Zukunft werde man gegen die neonazistische Partei vorgehen.

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Ergänzungen

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  1. Hier ein Bericht der Münsterländischen Volkszeitung am 12. März:

    westline.de

    Aufmarsch am Waldhügel

    -jk- Rheine. Vor der Gaststätte am Fuße des Waldhügels stehen Wachmänner in schwarzen Jacken, sie tragen weiße Armbinden. Die schwarzen Sheriffs bewachen eine Veranstaltung der als rechtsextrem eingestuften NPD. Wie viele Rechtsradikale genau im Saal sind, weiß auch die Polizei nicht, die am Samstagnachmittag ein Großaufgebot darunter auch Teile einer Einsatzhundertschaft aus Münster rund um den Waldhügel postiert hat. Wer Fotos machen möchte wird von den Ordern bedroht, teilweise angespuckt. Nach draußen dringt nur, dass der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt als besondere Überraschung gekommen ist. Das zumindest steht in einem Einladungsschreiben der Partei, das schnell die Runde macht.

    Nachdem die Veranstaltung am späten Freitagabend bekannt wird, ruft das Antifaschistische Archiv Münsterland gemeinsam mit Parteien und Gewerkschaften zu einer Gegendemonstration auf. Den genauen Tagungsort kennt neben der NPD zunächst nur die Polizei. Nachdem gegen 17.15 Uhr der genaue Veranstaltungsort bekannt wird, formiert sich schnell ein Zug mit rund 80 Gegendemonstranten zumeist aus der linken Szene in Richtung Waldhügel. Die Polizei stoppt die Demonstration jedoch vor Erreichen der Gaststätte. Der Versammlungsort ist weiträumig abgesperrt, damit es nicht zu Krawallen zwischen NPD-Anhängern und Gegendemonstranten kommt.

    Der lautstarke Zug begibt sich nun zum Bahnhof quer durch den Dorenkamp. Am Bahnhof endet die Demonstration gegen 18.15 Uhr friedlich. Die Organisatoren der Gegendemonstration zeigen sich am Abend zufrieden. Der NPD sollte heute klar geworden sein, dass ihre Strategie der Ruhe und Heimlichkeit in Zukunft nicht mehr aufgehen wird. Alle gesellschaftlichen Gruppen und Organisationen sind im Kampf gegen ein Erstarken der NPD gefragt, sagt Markus Gelder vom Antifaschistischen Archiv Münsterland.

    Mit der Kundgebung und der anschließenden Demonstration sei in Rheine ein guter Grundstein gelegt worden, den es nun auszubauen gelte. Auch in Zukunft werde man gegen die NPD vorgehen. Bisher verfolgt die Partei die Strategie der Ruhe und Heimlichkeit, um ihre Veranstaltungen ungestört durchführen zu können.

    Gelder, der die rechte Szene seit längerem beobachtet, glaubt, dass die Veranstaltung vom Samstag für die NPD Steinfurt eine größere strategische Bedeutung hat. Der NPD Kreisverband Steinfurt plane mit der Kommunalwahl 2009 in den Kreistag einzuziehen.

    Deshalb seien auch Sympathisanten aus dem gesamten Münsterland eingeladen. Seit einem Jahr sei eine deutliche Zunahme von NPD-Aktivitäten im Kreis festzustellen.

    In der derzeitigen Situation versuche die NPD ihren Mitgliederstamm zu vergrößern, um gestärkt in den Wahlkampf einsteigen zu können. Bereits jetzt verfüge der Steinfurter NPD-Verband aber bereits über ausreichende Strukturen, um immer wieder Veranstaltungen im gesamten Kreisgebiet durchzuführen. Die NPD habe einen aktiven Mitgliederstamm, der in den letzten 15 Jahren niemals so groß und aktiv gewesen sei, wie es aktuell der Fall sei, verdeutlicht Gelder.

    Montag, 12. März 2007 | Quelle: Münsterländische Volkszeitung (Rheine)

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