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Infoveranstaltung: NPD-Strukturen und Hintergründe

veröffentlich am Samstag, 21. April 2007

Für den vergangenen Donnerstag lud Dettenrockt e. V. einen Vertreter des Antifaschistischen Archivs Münsterland zu einem Vortrag nach Emsdetten ein.

Im Rahmen des Vortrages wurde über die Strukturen, Aktivitäten und Hintergründe von NPD und sonstiger extremer Rechter im Münsterland und speziell im Kreis Steinfurt informiert. Der Vortrag stellt nur einen Anfang weiterer antifaschistischen Organisierung und Vernetzung im Kreis Steinfurt dar.

Die NPD im Kreis Steinfurt wird die zunehmende antifaschistische Organisierung mit viel Argwohn betrachten, hat sie sich doch eigentlich zum Ziel gesetzt, bei der Kommunalwahl 2009 in den Steinfurter Kreistag einzuziehen und hierbei auf das ruhige Hinterland im Kreis Steinfurt gesetzt. Diese Strategie wird nicht aufgehen, wie sie bereits durch die antifaschistische Demonstration in Rheine gegen ihre Regionalveranstaltung mit dem NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt, bemerkt haben sollten.

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Ergänzungen

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  1. “Die wollen auffallen”

    Emsdetten – “Der NPD-Kreisverband Steinfurt gehört zu den aktivsten in ganz Nordrhein-Westfalen.” Das wusste Markus Gelder vom Antifaschistischen Archiv Münsterland am Donnerstagabend in der Jugendkneipe Tiger´s zu berichten.

    Angesichts der Kommunalwahl 2009 gelte es daher schon jetzt, etwas gegen den Aufschwung der Rechtsextremen zu tun.

    Die Aktivitäten im Kreis ausbauen und den Personalstamm der Aktivisten vergrößern. Das seien nur zwei Ziele, die die NPD in ihrer Vorbereitung auf den Wahlkampf verfolge. “Die wollen möglichst immer mal wieder auffallen und präsent sein”, glaubt Markus Gelder. Auf Einladung von DettenRockt informierte er zahlreiche Jugendliche über die aktuellen Strukturen und Hintergründe der Rechtsextremen im Münsterland.

    Aufmerksamkeit erreichen die rechten Gruppen durch Rechtsrock-Konzerte und Propagandaaktionen, über Infostände oder die Mahnwache gegen die Gesundheitsreform, die kürzlich in Lengerich abgehalten wurde.

    Auch wenn letzteres auf den ersten Blick keinen Bezug zu einer nationalsozialistischen Ideologie hat, wurden auch dort deutlich rassistische Ziele verfolgt. “Die NPD sagt, die Ausländer sind schuld an der Reform und gehören aus allen sozialen Systemen rausgeschmissen”, erklärt Gelder.

    Gerade im Zuge des Wahlkampfs würden möglichst viele und breite Themen mit antisemitischen oder rassistischen Argumenten belegt. So schiebe die NPD nahezu alle gesellschaftlichen Probleme auf Ausländer.

    Den Wahlen sähen die extrem Rechten zuversichtlich entgegen. “Wir werden mit einer starken Truppe in den Kreistag einziehen”, zitiert Gelder die NPDler. Wahrscheinlich, so vermutet das Antifaschistische Archiv, wird es in einigen Orten auch Kandidaturen für den Stadtrat geben. Schließlich sei der Kreis nicht gerade bekannt für zahlreiche Antifaschistische Bewegungen und damit ein attraktives Ziel für die Rechten.Unterstützung im Wahlkampf wird es wohl auch von NPD-Mitgliedern aus anderen Bundesländern geben. “Dann wird es hier flächendeckend und ganz massive NPD-Propaganda geben”, warnt Gelder. Deshalb sei es wichtig, schon jetzt Handlungsstrategien zu entwickeln und der NPD von vorne herein zu zeigen: Bei uns im Ort habt ihr nichts zu gewinnen.

    Als Beispiele für friedlichen Protest nannte Gelder die Verhinderung eines NPD-Aufmarsches in Münster, bei dem sich die Bewohner des betroffenen Viertels den rechten Demonstranten einfach in den Weg gestellt hatten. Ähnlich hatten 250 Menschen einen Infostand in Amelsbüren abgeschirmt, so dass die NPD dort keine Möglichkeiten mehr hatte, ihr Material zu verteilen.

    “Wenn wir so etwas auch in anderen Orten machen, dann werden sie kein Interesse mehr daran haben, dort weiterhin etwas zu versuchen”, glaubt Gelder. Wichtig sei es nun, Strukturen aufzubauen, die eine schnelle Handlungsfähigkeit gegen Rechts ermöglichen. Auch in den Schulen solle das Thema aufgegriffen werden, fordert Gelder. – her

    Quelle: Emsdettener Volkszeitung

  2. Rechtsrock und Schulhof-CDs

    Rechtsrock ist ein Sammelbegriff für Musik, die aus dem Spektrum der extremen Rechten kommt. Also aus dem Kreis von NPD, Republikaner, DVU oder den Freien Kameradschaften. Musikalisch lässt sich der Rechtsrock nicht eingrenzen, sondern hat von Hip Hop bis Punk für jeden Geschmack etwas zu bieten.

    “Für die rechte Szene ist der Rechtsrock total wichtig”, betont Markus Gelder. Die Musik stärkt das “Wir-Gefühl” und ist ein perfektes Mittel, um Jugendlichen die nationalsozialistische Ideologie näher zu bringen.

    Unter dem Titel “Hier kommt der Schrecken aller Spießer und Pauker” verteilt die NPD auch hier in der Region Rechtsrock-Musik auf den Schulhöfen. Die Lieder auf diesen “Schulhof-CDs” verbreiten rassistische Klischees, antisemitische Einstellungen und ein rechtes Weltbild. Falls an Schulen solche CDs auftauchen, sollten deren Inhalte dringend im Unterricht kritisch analysiert werden, rät Gelder.

    Während die Titel der CDs oft nur versteckt eine NS-Propaganda vermitteln, hat Rechtsrock in vielen Fällen auch ganz deutliche Aussagen. “Das geht bis zu konkreten Aufrufen zu Mord- und Totschlag”, beschreibt Markus Gelder.

    Aggression und Gewaltbereitschaft werden auch auf den entsprechenden Rechtsrock-Konzerten geschürt. Hitlergruß oder “Sieg Heil”-Rufe werden im Verlauf des Abends immer ungenierter ausgeführt.

    Quelle: Emsdettener Volkszeitung

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