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Kongress gegen Nazis in Münster

veröffentlich am Mittwoch, 18. Juli 2007

Bündnis Münster gegen Nazis zieht positive Bilanz:
„Breites Netzwerk gegen Nazis initiiert“

Am 9. Juni tagten mehr als 130 Teilnehmer aus ganz Westfalen beim Kongress
“Zivilcourage gegen Nazis! – Wie macht man das?!?“ im Rathaus zu Münster.
Verabredet wurde der Aufbau eines Netzwerkes gegen Neofaschisten, sowie einer Internetseite, die über die regionalen Aktivitäten des Neonazismus wie über Aktivitäten gegen Rechts informiert. Die Organisatoren zogen bei dieser großen und positiven Resonanz eine erfolgreiche Bilanz.

Nach einem Grußwort des Vorsitzenden des Ausländerbeirates, Spyros Marinos, der die Notwendigkeit einer breiten Allianz gegen neofaschistische Umtriebe betonte, hielt Prof. Klönne das Eingangsreferat zu den historischen Herkünften, dem gegenwärtigen Potenzial und den ideologischen Verknüpfungen des heutigen Neofaschismus in der Bundesrepublik. Er machte dabei deutlich, dass der historische Nationalsozialismus von 1933 – 1945 allenfalls noch Referenzfeld und Projektionsfläche des heutigen Neofaschismus ist und auch der Verweis der Nazi-Gegner auf die Verbrechen des Dritten Reiches nicht mehr zur Bekämpfung ausreicht. Vielmehr müsse das Hauptaugenmerk auf die aktuellen Strategien gelegt werden, die darin bestehen, sich bestehende politische Forderungen des linken und bürgerlichen Spektrums, wie beispielsweise von Attac, anzueignen und diese national zu wenden und durch rassistische Kategorien zu ersetzen.

Nach der Arbeit in den acht Arbeitsgemeinschaften, die sich unter anderem mit der Bündelung der regionalen antifaschistischen Aktivitäten, den Vorstellungen und Strategien der so genannten „intellektuellen Rechten“ und möglichen Gegenstrategien oder auch mit neonazistischer Jugendkultur beschäftigte, unterhielt das Impro-Theater „Scharf im Wolfspelz“ die Kongressteilnehmer.
Im Schlussplenum wurde vereinbart, die regionalen Aktivitäten gegen Nazis
fortzusetzen. Etliche Aktive aus dem Kreis Steinfurt haben sich auf dem Kongress
kennen gelernt und vereinbarten gegenseitige Unterstützung sowie gemeinsame
Projekte insbesondere gegen die NPD und ihren Versuch bei der Kommunalwahl
2009 im Kreis Steinfurt Fuß zu fassen. Für Münster, stellte Bündnissprecher Carsten
Peters
in der Schlussrunde fest, werde die Auseinandersetzung mit der nach
Presseberichten in Gründung befindliche rechtspopulistischen Initiative „Pro Münster” ein wichtiges Themenfeld sein: „Soweit es denn zu einem Tätigwerden dieser
Gruppe kommt, müssen diese rechten Schaumschläger ohne Problemlösungskompetenz konsequent entlarvt werden.“ Das Bündnis wird die erfolgreiche Arbeit weiterhin fortsetzen. Die aktiven Organisatoren des Kongresses erhielten für ihre Arbeit am Ende des Kongresses großen Beifall und haben weitere Mitstreiter gewonnen.

Über das Bündnis „Münster gegen Nazis!“:
Das Bündnis “Münster gegen Nazis” hat sich Anfang 2006 gegründet. Der Anlass
war ein durch Freie Kameradschaften angemeldeter Nazi-Aufmarsch im Februar.
Damals organisierte das Bündnis eine Gegenkundgebung im Münsteraner
Rathausinnenhof. Der Widerstand im Hansaviertel hatte damals den Nazi-Aufmarsch
blockiert. Nach gerade mal 200m war Schluss. Im Mai – zum zweiten Nazi-
Aufmarsch in MS-Hiltrup – hatte das Bündnis “Münster gegen Nazis” zusammen mit
dem “Bündnis gegen Rechts” im Zentrum von Hiltrup eine gemeinsame
Gegenkundgebung organisiert. Damals verhinderten die Besucher der
Gegenkundgebung den Nazi-Aufmarsch. Hier reichte es nur zu einer kleinen Runde
für die Nazis.

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