
Lange Zeit wurden extrem rechte Frauen – auch von antifaschistischen Gruppen – nicht als eigenständige Akteurinnen wahrgenommen. Neofaschismus galt als ein Männerproblem. Ein verengter Blick auf das Gewaltphänomen im Neofaschismus bestärkte diese Sichtweise. Es waren vor allem feministische Antifa-Gruppen, deren Veröffentlichungen daran etwas änderten. Die aktuelle, 28te Ausgabe der NRW-Antifa-Zeitschrift LOTTA beschäftigt sich ausführlich mit Frauen und den Geschlechterverhältnissen in der extremen Rechten. Wie immer ist die Lektüre wirklich zu empfehlen!
Der Schwerpunkt ist erneut sehr umfangreich und umfasst sieben Artikel und eine Literaturliste. Im Einzelnen:
Frauen in der extremen Rechten - eine Einführung in den Schwerpunkt
Frauen als (Mit-)Täterinnen -Rassenhierarchie überlagerte Geschlechterhierarchie
Alles Männersache? – Geschlechtsspezifische faschistische und rassistische Einstellungsmuster
Auf Augenhöhe? – Organisationen von und für extrem rechte Frauen hier online lesen
»Nationale Frauen stärker einbeziehen« -Neonazi-Frauen in NRW
RechtsRock der Walküren- Frauen in extrem rechten Musik-Szenen
Nationaler Feminismus? - Interview mit der Sozialwissenschaftlerin Renate Bitzan
Außerdem gibt wieder verschiedenste Artikel in den Rubriken Gesellschaft, Extreme Rechte, Grundlagen, Geschichte und Braunzone. Besonders zum empfehlen ist der Artikel über Gedenkstätten für NS-Verbrechen in NRW. Auch dieser Artikel ist online einsehbar.
Dennoch solltet ihr die läppischen 2,50 Euro investieren und euch die Printausgabe zulegen. Ihr werdet es nicht bereuen. Die LOTTA gibt es in Infoläden, auf Antifa-Büchertischen und direkt bei den Herausgebern.
Inhaltlich verwandte Beiträge:
- Ausgabe #31 der Antifa-Zeitschrift LOTTA erschienen Die neuste Ausgabe der antifaschistischen NRW-Zeitschrift LOTTA beschäftigt sich mit einem der wohl meist diskutierten Erscheinungen des bundesdeutschen Neonazismus: den so genannten Autonomen Nationalisten (AN). Die „Rechts-Autonomen“ sind vor allem seit der 1.Mai-Demo in Hamburg vielen ein Begriff. Ihren Schwerpunkt haben sie aber in NRW, vor allem im Ruhrgebiet und im Rheinland. Auf 12 Schwerpunkt-Seiten [...]...
- LOTTA #29 erschienen Antifaschistische Zeitung aus NRW mit Schwerpunkt zu “Männern in der extremen Rechten” Nach dem letzten Schwerpunkt zu rechten Frauen wendet sich die Redaktion der Antifa-Zeitschrift LOTTA nun den Männern zu und untersucht geschlechtsspezifische Fragstellungen . Forschungen zu den Selbstbildern rechter Männer und der Bedeutung der Sozialen Konstruktion “Geschlecht” für ihr Handeln sind eher [...]...
- Schwerpunkt Kommunalwahl – Neue LOTTA erschienen Die aktuelle Frühjahrs-Ausgabe der antifaschistischen Zeitschrift LOTTA beschäftigt sich in ihrem Schwerpunkt diesmal mit den extrem rechten Kandidaturen zur Kommunalwahl. Sowohl NPD, DVU, Republikaner und Pro-Gruppen als auch die Freien Wählergemeinschaften werden untersucht. Die gerichtlich erzwungene Verschiebung des Wahltermins, vor wenigen Wochen unterlag die Landesregierung vor dem Verfassungsgerichtshof Münster, hat allerdings zur Folge, dass den [...]...
- LOTTA #33 erschienen: Kritik der Extremismustheorie Anfang Dezember erschien die 33. Ausgabe der LOTTA – antifaschistische Zeitung aus NRW. Schwerpunktthema diesmal: “Recht extrem. Das Extremismus-Konstrukt”. Kenntnis- und quellenreich formuliert die Redaktion eine Kritik an der politikwissenschaftlichen Extremismustheorie, der inhaltliche Unzulänglichkeiten und politisch fragwürdige Zielsetzung nachgewiesen werden. Ausführlich widmet sich die Ausgabe den beiden prominentesten Vertretern, Eckhard Jesse und Uwe Backes, dem [...]...
- LOTTA #30 erschienen – Schwerpunkt: Rechtspopulismus Der Schwerpunk der Frühjahrs-Ausgabe der antifaschistischen Zeitschrift LOTTA widmet sich dem “Rechtspopulismus” in Gestalt der vermeintlichen Bürgerbewegung Pro NRW, die vor allem im Rheinland und westlichen Ruhrgebiet lokale Ableger gegründet hat. Immer wieder verkündet Pro NRW auch einen Kreisverband in Münster gründen zu wollen. In Warendorf existiert bereits die Gruppe Pro Warendorf um Timo H. [...]...

