Polizei vor dem “Frankenhaus” – AntifaschistInnen protestieren gegen den Volkstrauertag 2007 mit einer Kundgebung vor der Franconia
Festredner des diesjährigen “Reichsgründungskommers” der rechten Burschenschaft Franconia zu Münster sollte der ehemalige Bundeswehr-Generalmajor Schultze-Rhonhof sein. Aus Krankheitsgründen wurde seine Teilnahme aber abgesagt.
Seit seiner Frühpensionierung 1995 tourt der Ex-Militär Schultze-Rhonhof durch die extreme Rechte der Bundesrepublik und dem deutschsprachigen Ausland. Die Sympathie, die ihm von Burschenschaftlern, “Vertriebenen”, rechten Verlegern, DVU- und NPD-Mitgliedern entgegengebracht wird, gewann er vor allem durch sein Buch “Der Krieg, der viele Väter hatte”. Seine Hauptthese: Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieg sei vor allem Schuld von England, Frankreich, Polen und der Sowjetunion. Das nationalsozialistische Deutschland habe noch bis August 1939 den Frieden gesucht. Der NPD-eigene Deutsche Stimme Verlag bewirbt das Buch mit folgenden Worten: “Das Buch liefert eine Neudarstellung der Kriegsschuldfrage auf hohem Niveau. Der frühere Generalmajor der Bundeswehr kann auf deutscher Seite keine konkrete Kriegsplanung erkennen, dafür aber langjährige Kriegsziele des Gegners, die 1939 die Lage zum Eskalieren brachten.” Neben seinen Vorträge gab er Interviews für fast alle bedeutenden extrem rechten Zeitungen, wie Criticon, Junge Freiheit, Ostpreußenblatt, Deutsche Nationalzeitung und Deutsche Militärzeitung.
Aktive Burschen auf dem Weg zum Volkstrauertag-Gedenken im November 2007.
AntifaschistInnen machten die Veranstaltung Anfang der Woche öffentlich. Daraufhin sah sich die Burschenschaft Franconia gezwungen zu erklären, dass die Veranstaltung schon lange abgesagt sei, da Schultze-Rhonhof einen Schlaganfall erlitten habe. Als Ersatzredner wird jetzt der Franconia Hauswart Hartmut Friedrich angekündigt. Friedrich ist Alter Herr der Studentenverbindung und äußerte sich in der Vergangenheit bereits zustimmend zu Schultze-Rhonhofs Thesen. Ob er aus Schultze-Rhonhofs Buch vorlesen wird, wissen wir nicht. Deutlich wird aber wieder einmal, wo die Franconia politisch zu verordnen ist: am äußersten rechten Rand, in der Gesellschaft von Neonazis und notorischen GeschichtsverfälscherInnen. Die Einladung Schultze-Rhonhofs reiht sich in die lange Liste der geschichtsrevisionistischen Aktivitäten der Burschenschaft ein.
Ausführliche Infos zu den Aktivitäten von Schultze-Rhonhof hier
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