Fakten gegen Vorurteile – Bleiberechtsausstellung in Rheine
“Die wollen doch gar nicht arbeiten!” – Es sind oft gehörte Vorurteile gegen AsylbewerberInnen, welche auf den Tafeln in der Rheiner Innenstadt stehen. Die Ausstellung “Verfolgte Menschen bleiben lassen” der Projektgruppe Bleiberecht kontrastiert sie mit der rechtlichen Diskriminierung, die geduldete Flüchtlinge in Deutschland erleiden müssen.
Ohne eine Arbeitserlaubnis ist es AsylbewerberInnen nämlich gar nicht gestattet zu arbeiten. Eine Erlaubnis erhalten sie aber erst nach einem Jahr und nur wenn sie die schriftliche Bestätigung eines Arbeitgebers vorlegen können, der versichert sie einzustellen. Aber auch dann werden Menschen mit deutschem Pass und EU-BürgerInnen noch vier Jahre lang bevorzugt. Weitere Tafeln thematisieren Fluchtgründe, Geldmangel, Abschiebungen und die Wohnsituation in Asylbewerberheimen.
< “Zutritt verboten!” – Integration möglich?
Aufmerksamkeit erregt die Ausstellung durch ihre auffälligen Installationen. Der Vorwurf “Die wollen sich nicht integrieren” wird eine Kleingartenparzelle mit Gartenzwerg und Jägerzaun gegen über gestellt. Sie verweist auf die Ablehnung von Flüchtlingen in der deutschen Gesellschaft und den verbreiteten Nationalismus. Integration ist nicht erwünscht – Abgrenzung und Ausschluss prägen das soziale Miteinander. Dies zu ändern ist die Intention der 13 jugendlichen AusstellungsmacherInnen, die vom Stadtjugendring Rheine, dem Jugendamt und dem EU-Projekt Jugend für Europa unterstützt werden. Die Jugendlichen wollen mit ihrem Projekt auch politische Forderungen nach einem Bleiberecht und dem Ende von diskriminierenden Gesetzen – wie der Residenzpflicht – in die öffentliche Diskussion tragen und die Situation der in Rheine nur “geduldete” Menschen verbessern.
Die Ausstellung ist vom 12.01.08 – 19.01.08 in der Fußgängerzone ausgestellt.
Mehr Infos auf: www.bleiberecht-in-rheine.de
Der Plan auf dem Boden zeigt die beengten Wohnverhältnisse einer fünfköpfigen Flüchtlings-Familie in Rheine.
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