Mein rechter, rechter Platz ist frei
„Sie planen einen Tagesausflug? Möchten auf Klassenfahrt gehen, eine Kegeltour unternehmen oder mit dem Sportverein auf große Fahrt gehen? Nennen Sie uns Ihre Wünsche – und wir erfüllen sie.“ So wirbt Kettlers Reisedienst auf seiner Internetseite. Dass das durchaus wörtlich gemeint ist und die in Bad Rothenfelde ansässige Firma ihre Aussage auch für die rechtsextreme NPD gelten lässt, hat sie nun mehrfach unter Beweis gestellt.
Spätestens am 1. Mai 2007 trat das Busunternehmen erstmals öffentlich im Zusammenhang mit der NPD auf. Die Nazis reisten in einem Bus von Kettler zur Demo in Vechta an und fuhren anschließend mit diesem zurück. Am 2. Juni 2007 ermöglichte es die Firma Kettler, Nazis aus der Region geschlossen im Bus Richtung Schwerin zu reisen, um an Aktionen der NPD anlässlich des G8-Gipfels teilzunehmen. Die Demo in Schwerin wurde damals zwar von der Polizei unterbunden, aber schnell wurden in anderen norddeutschen Städten alternative Versammlungsorte gefunden. Die Osnabrücker Nazis fuhren mit einem Reisebus der Firma Kettler, zusammen mit weiteren Nazis aus der Region mit insgesamt acht Bussen, um an einer dieser Ausweichveranstaltungen teilzunehmen.
Im Vorfeld auf die Doppelkundgebung der NPD in Vechta und Georgsmarienhütte, zu ihrem offiziellen Wahlkampfauftakt in Niedersachsen am 17. November 2007, bestätigte Kettlers Reisedienst auf telefonische Anfrage, dass sie auch in Zukunft vor hätten die NPD zu befördern. Schließlich befördere man ja auch andere Parteien, wurde lapidar als Begründung angeführt.Und so kam es dann auch: am Samstag Morgen dem 17. November stiegen etwa 40 Nazis aus dem Spektrum der NPD und den Freien Kameradschaften aus einem Bus der Firma Kettler, hielten auf dem Roten Platz in GM-Hütte ihre Kundgebung ab und bestiegen anschließend den Bus, um weiter nach Vechta zu fahren und dort ihre Kundgebung erneut abzuhalten.
Kettlers Reisedienst hat die Nazis durch ihre Dienstleistungen tatkräftig unterstützt und einen reibungslosen Ablauf durch ihre Beförderung der NPD ein ums andere Mal bewusst ermöglicht. Das Perfide an dieser Situation ist wohl auch, dass das Unternehmen scheinbar kein Problem darin sieht, extrem rechte Gruppierungen tatkräftig zu unterstützen und sich darauf zu berufen, diese seien „Parteien wie jede andere“. Die Ablehnung von extrem rechten Gedankengut erfordert mehr als nur Lippenbekenntnisse. Das Unternehmen immer wieder kein Problem damit haben Geschäfte mit Nazis zu machen, sie beispielsweise zu transportieren, ihnen Immobilien zu vermieten oder zu verkaufen, ist nicht hinzunehmen. Die Vorstellung Kettler fährt heute die NPD zu ihren Veranstaltungen und morgen eine Schulklasse zur Gedenkstätte Buchenwald ist grotesk. Nazis muss auf allen Ebenen konsequent entgegengetreten werden, wirtschaftliche Interessen dürfen nicht allein im Vordergrund stehen.
Wir fordern daher alle Parteien, Organistationen, Vereine, Schulen, Gruppen und Einzelpersonen auf, ein deutliches Zeichen zu setzen. Es gibt ja zum Glück auch andere Busunternehmen.
Kein Sitzplatz für Nazis!
Antifaschistische Aktion Osnabrück [AAOS], Januar 2008
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