
Am 27.01.2008 fand in Schöppingen, einer kleinen Ortschaft im Münsterland, eine Gedenkkundgebung zum 63. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee statt. Im Künstlerdorf in Schöppingen hing bis vor einigen Monaten noch ein Mahnmal des niederländischen Künstlers Pier van Dijk. Auf dem übergroßen Straßenschild stand “Auschwitz” und die Kilometer, die der Ort von Schöppingen entfernt ist.
Mit der Begründung, es sei in einem miserablen Zustand war das Mahnmal entfernt worden. Außerdem sei es eine “künstlerische Unzulänglichkeit”, so der Geschäftsführer des Künstlerdorfes. Antifaschist_innen sehen in der Entfernung des Mahnmals eine Unverschämtheit. Insbesondere, da der Künstler angeboten hatte es auf eigene Kosten zu restaurieren.
Um gegen die Entfernung des Mahnmals ein Zeichen zu setzen und an die Befreiung von Auschwitz zu erinnern, versamelten sich deshalb 15 Antifaschist_innen beim Künstlerdorf. In zwei Redebeiträgen wurde auf den Streit in Schöppingen eingegangen und der gesellschaftliche Umgang mit der nationalsozialistischen Geschichte kritisiert.
Der Umgang der Gemeinde mit dem Mahnmal und seine Entfernung sind beispielhaft für den Umgang mit der Geschichte: In Leser_innenbriefen, die in der örtlichen Presse erschienen sind, wurde vereinzelt darauf hingewisen, dass die Erinnerung an die Verbrechen von Auschwitz wichtig sei. Daher soll das Mahnmal wieder aufgestellt werden. Anderen Schreiber_innen ging es nur um das Image des Ortes. Ein Leser_innenbrief verkündete, dass ein solches Schild vielleicht nach München, Nürnberg oder Berlin gehöre in “unserem sauberen Schöppingen” aber nichts zu suchen habe. Eine lokale Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Geschichte und den Verbrechen für die der Begriff Auschwitz sinnbildlich steht scheint nicht erwünscht zu sein.
Doch wenn Auschwitz sich nicht wiederholen soll, darf Auschwitz nicht vergessen werden.
Rede zum Thema Geschichtsrevisionismus
Flugblatt der Jugendantifa Münster

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