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LOTTA #30 erschienen – Schwerpunkt: Rechtspopulismus

veröffentlich am Donnerstag, 06. März 2008

lotta30

Der Schwerpunk der Frühjahrs-Ausgabe der antifaschistischen Zeitschrift LOTTA widmet sich dem “Rechtspopulismus” in Gestalt der vermeintlichen Bürgerbewegung Pro NRW, die vor allem im Rheinland und westlichen Ruhrgebiet lokale Ableger gegründet hat. Immer wieder verkündet Pro NRW auch einen Kreisverband in Münster gründen zu wollen. In Warendorf existiert bereits die Gruppe Pro Warendorf um Timo H. Pro NRW versucht z.Z. als die “Anti-Islam-Partei” wahrgenommen werden und organisier Kampagnen gegen den Bau von Moscheen. Die meisten Gründer und Macher von Pro NRW, bzw. ihrem Vorläufer und Musterstadtverband Pro Köln, können auf eine lange Karriere in der extremen Rechten zurückblicken. Dennoch versuchen Sie sich von Neonazis zu distanzieren. Deshalb wählt die Zeitschrift auch den Sammelbegriff Rechtspopulismus für diese Erscheinung.

Im einem Artikel heißt es dazu:
“Inhaltlich überschneiden sich Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. Der Unterschied ist oftmals propagandistischer Natur: Rechtspopulistische Strömungen ordnen sich selbst dem rechtskonservativen Spektrum zu und inszenieren sich aktionsorientiert als ‘Anwälte des Volkes.’” Und weiter: “In der Diskussion um den Rechtspopulismus wird weitestgehend ausgeklammert, dass dessen zentrale propagandistische Bausteine – Nationalismus, Rassismus, Sozialneid und Autoritarismus gepaart mit einer sich volkstümlich inszenierenden Protestbewegung gegen das ‘Establishment” – zugleich Eingang gefunden haben in den Diskurs der so genannten politische Mitte”

Diese inhaltliche Überschneidungen zwischen Rand und Mitte behandelt dann auch ein eigener Artikel des Schwerpunkts. Neben einer knappen Übersicht über die Strukturen von Pro NRW und ihr Verhältnis zu anderen Teilen der extremen Rechten wie der NPD, informiert der 15-seitige Schwerpunkt auch über die Jugendarbeit und die internationalen Vorbilder der Gruppierung, sowie über mögliche Gegenstrategien.

Die ausführlichen Recherchen und hervorragenden Analysen des Schwerpunkts verdeutlichen einmal mehr die hohe Qualität der unabhängigen Antifa-Zeitschrift. Außerhalb des Schwerpunkts bietet die Ausgabe wie gewohnt gute Recherchen zur extremen Rechten – z.B. über den Kader Martin Laus, die Neonazi-Szene in Leverkusen oder dem Saarland oder die Modemarke Thor Steinar. In den Kurzberichten finden sich auch wieder einige Artikel über das Münsterland. Artikel über Filme unterm Hakenkreuz oder die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik runden die Ausgabe ab. Auch die Reihe “NS-Gedenkstätten in NRW” wird fortgesetzt. Autor Günter Born referiert im März auch in Münster.

Die LOTTA ist in Münster erhältlich im Interkulturellen Zentrum Don Quijote, dem Versetzt oder auf Antifa-Veranstaltungen. Ihr könnt eure Kopie auch direkt bei der Zeitschrift bestellen.

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