Änneke Winckel, Politikwissenschaftlerin aus Köln, wird ihr Buch “Antiziganismus. Rassismus gegen Roma und Sinti im vereinigten Deutschland” vorstellen. Der Begriff “Zigeuner” wird dabei als ein Bündel von Bildern und Ressentiments definiert, die Sinti und Roma zugeschrieben werden und aus denen eine minderwertige “Rasse” konstruiert wird. Zunächst wird die Referentin eine Einführung in die Geschichte der Verfolgung – mit besonderem Augenmerk auf der systematischen Ermordung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus – geben. Den eigentlichen Schwerpunkt des Vortrags stellt aber die Analyse der Kontinuitäten des Antiziganismus seit der Wiedervereinigung 1989 dar. Mit den Veränderungen in den osteuropäischen Staaten ändert sich auch die soziale und politische Situation der dort lebenden Roma dramatisch, in der Folge flüchten die Betroffenen vermehrt nach Westeuropa und somit auch in die BRD. Hier jedoch wird erst allmählich die historische Schuld aufgrund der Verbrechen im Nationalsozialismus aufgearbeitet. Gleichzeitig wird die Ausländergesetzgebung so bearbeitet, dass aus Flüchtlingen schnell “Asylanten” und “Scheinasylanten” werden. Anhand der ausführlichen Untersuchung von Tageszeitungen und Zeitschriften wird belegt, wie weit das rassistische Ressentiment noch verbreitet ist und wie weit es handlungsleitend wird. Dabei werden sowohl die Medien selbst als auch die deutsche Mehrheitsbevölkerung ins Visier genommen.
Donnerstag, 3. Juli 2008 // 20.00 Uhr
Kulturkneipe F24
Frauenstraße 24
Mit Unterstützung vom AStA der Fachhochschule und dem Unrast-Verlag.
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