Die Staatsanwaltschaft Münster hat heute beim Landgericht in Münster Anklage gegen den früheren Bundesschatzmeister der neonazistischen NPD beantragt.
Erwin Kemna wird vorgeworfen über 800 000 Euro aus den Parteikassen der NPD entwendet zu haben und dieses Geld für private Geschäfte in Lengerich verwendet zu haben.
Sollte die Anklage durchkommen und Erwin Kemna wegen gewerbsmäßiger Untreue zum Nachteil der NPD verurteilt werden, dann wird es für ihn eine bis zu fünfjährige Freiheitsstrafe bedeuten. Für den aktuellen NPD-Bundesvorsitzenden könnte eine Verurteilung des früheren Bundesschatzmeisters und langjährigen Weggefährten Voigts zu einem Ende seiner politischen Laufbahn in der NPD bedeuten.
Immer wieder hat sich Udo Voigt schützend vor den Lagbergener Kemna, der seit dem 7. Februar diesen Jahres in Untersuchungshaft sitzt, gestellt und die Vorwürfe als politische Machtspielchen gegen die NPD hingestellt. Auf dem vergangenen Bundesparteitag in Bayern wurde der scheidende Bundesvorstand unter Führung von Voigt nicht entlastet, so lange die Vorwürfe gegen den ehemaligen Bundesschatzmeister nicht vollständig geklärt seien. Im Falle einer Verurteilung bedeutet dies, dass der gesamte Bundesvorstand der NPD durch Ignoranz, Mitwisserschaft oder mangelhafter Ausübung ihrer Parteiämter zumindest die jahrelange Veruntreuung der Parteigelder erleichtert wenn nicht gar überhaupt ermöglicht hat. So soll die Buchführung von Herrn Kemna einen katastrophalen Zustand aufweisen. Auch könnte eine Verurteilung Kemnas die finanzielle Situation der NPD weiter verschlechtern, wenn die Bundestagsverwaltung weitere Rückforderungen an die NPD stellen wird.
Für die regionale NPD dürfte die Anklage Erwin Kemnas mittlerweile allenfalls eine lästige und unangenehme Öffentlichkeit bedeuten. Schließlich wird sich im Kreis Steinfurt bereits auf den Kommunalwahlkampf vorbereitet.
So kündigte die NPD Steinfurt erst vor kurzem an, sich auch im Kreis Steinfurt an der nrw-weiten rassistischen Kampagne “Ausländerstopp” zu beteiligen, die vom Landesvorstand der NRW-NPD – sicherlich mit Blick auf die Kommunalwahl 2009 – initiert wurde. Als presserechtlich Verantwortlicher zur entsprechenden Kampagnen-Homepage wird der Markus Pohl aufgeführt.
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Die Jagd nach dem braunen Geld – npd-blog.info