Solikonzert in der Baracke mit Gingerjets (PopPunk/RiotGrrrl) und DADDY LONGLEG (Punk). Der Erlös geht komplett an die örtliche Roma-Initiative. Das Konzert beginnt um 20Uhr, der Eintritt beträgt 3€.
Bereits ab 18:30 Uhr gibt es warmes Essen gegen Spende und den Film “Abschiebung im Morgengrauen”:
Es ist drei Uhr morgens, als sechs Mitarbeiter der Hamburger Ausländerbehörde, begleitet von einigen Polizisten, an der Tür der Familie Kryezi klingeln. Die Beamten drängen in die kleine Wohnung: Eine halbe Stunde hat Elvira Kryezi Zeit, um hastig ein paar Kleider zusammenzupacken, ihre fünf Kinder zu beruhigen und Verwandte zu benachrichtigen, dass die Familie nach 15 Jahren in Deutschland in den Kosovo abgeschoben wird. Zuschulden kommen hat sich die Familie nichts, sie wollte “nur” in Deutschland bleiben. “Morgendliche Begleitung” heißt eine solche Aktion im Behördendeutsch. Die Kosten trägt der Abgeschobene.
Schätzungsweise rund 200 000 Flüchtlinge aus vielen Ländern der Welt leben quasi rechtlos in der Bundesrepublik. Etwa 20 000 Menschen leben allein in der Hansestadt behördlich “geduldet”, aber ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus. Viele von ihnen sind Kriegsflüchtlinge, die kein Asyl erhielten, die aber gleichwohl nicht abgeschoben werden durften. Sobald sich die Situation im Herkunftsland nach Einschätzung der deutschen Politik ändert, stehen sie auf den Abschiebungslisten. Das sind auch Länder wie Afghanistan, der Irak oder das Kosovo. Die quälend lange Zeit des Wartens und der Ungewissheit zermürbt die Menschen und zerstört die Familien.
Verantwortlich für die nächtlichen Abschiebungen ist die “Zentrale Ausländerbehörde” Hamburg. Hier entscheidet sich, wer bleiben darf und wer gehen muss. Gania Ferizaj aus dem ehemaligen Jugoslawien sucht sie auf, um seine Duldung zu verlängern. Eigentlich eine Routineangelegenheit. Doch der Termin beginnt mit einer Durchsuchung wie bei einem Straftäter. Szenen aus dem Film “Abschiebung im Morgengrauen”: Der Mitarbeiter der Behörde sagt: “Handy machen Sie mal bitte aus und geben mir das.” Dann die Überraschung: “Sie werden heute abgeschoben. Sie wissen, dass Sie Deutschland verlassen müssen. Und heute ist der Tag. Was ist mit Klamotten? Wo kriegen wir noch Sachen für Sie her?”
“Wir buchen, Sie fluchen – mit freundlicher Unterstützung des Reisebüros Never-Come-Back-Airlines” – den zynischen Spruch auf dem Bildschirm eines Sachbearbeiters.
Die Veranstaltungen finden in der Baracke (Scharnhorststraße 100) statt.
Inhaltlich verwandte Beiträge:
- Münster: SOS – Keine Abschiebungen von Roma in den Kosovo! Plakat zur Demo Überregionale Demo Gegen Abschiebung Samstag 21. November 2009 13 Uhr Hbf. / Berliner Platz in Münster (Westf.) „Wir leben schon 20 Jahre zusammen, wir gehen zusammen in die Schule, wir arbeiten zusammen, wir spielen zusammen, wir tanzen zusammen, wir singen zusammen, wir sind sehr gute Freunde, wir lieben uns, wir bauen gemeinsam eine Zukunft auf. Das [...]...
- Roma demonstrieren in Münster gegen Abschiebung Roma demonstrieren in Münster gegen ihre Abschiebung Mit einer Demonstration haben Roma und einige ihrer Unterstüzter_innen gegen die Flüchtlings- und Abschiebepolitik der Landesregierung in NRW demonstriert. Anlass der Demonstration sind die aktuell in Nordrhein-Westfalen laufenden und akut drohenden Abschiebungen von Rroma in den Kosovo. Dazu gab es am 13.05.09 einen Erlass des Nordrhein-Westfälischen Innenministeriums, der den bisherigen [...]...
- Tag ohne Abschiebung in Münster Rede vor dem Seiteneingang Gestern, am 29.08.08 fand im Rahmen des dezentralen „Tags ohne Abschiebung“, zu dem in vielen Städten in Deutschland und Österreich Aktionen geplant wurden, ein „Frühstück statt Abschiebung“ vor der Ausländerbehörde im Stadthaus II statt. Dieses wurde von einem antirassistischen und antifaschistischen Bündnis organisiert, um auf die Folgen der Abschiebepolitik aufmerksam zu machen. Ab [...]...
- Brandanschlag in Nordwalde In der Nacht vom 12. auf den 13. November 2007 verübten wahrscheinlich zwei Männer (19 und 22 Jahre alt) einen Brandanschlag auf einen Wohncontainer für Flüchtlinge in Nordwalde (Kreis Steinfurt). Die Bewohner_innen konnten die beiden Brandsätze schnell löschen und somit nur durch Glück schlimmeres verhindern. Die lokale Presse zitiert die Bewohner_innen mit den Worten “Wir [...]...
- Detten keeps on rockin´! Das Antifa Netzwerk gratuliert “DettenRockt” zum Jubiläum DettenRockt-Banner Schon zum 5. Mal seit 2005 setzte am Samstag, den 12. September das “DettenRockt”-Festival ein deutliches Zeichen gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit in Emsdetten (Kreis Steinfurt). Hunderte von musikbegeisterten Menschen aller Altersklassen besuchten das – wieder einmal – sehr gut organisierte OpenAir gegen Rassismus und Diskriminierung. Das fette Lineup aus [...]...

