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Münster, Aktionswoche gegen Abschiebung: Filmvorführung und Solikonzert

veröffentlich am Mittwoch, 13. August 2008

Solikonzert in der Baracke mit Gingerjets (PopPunk/RiotGrrrl) und DADDY LONGLEG (Punk). Der Erlös geht komplett an die örtliche Roma-Initiative. Das Konzert beginnt um 20Uhr, der Eintritt beträgt 3€.

Bereits ab 18:30 Uhr gibt es warmes Essen gegen Spende und den Film “Abschiebung im Morgengrauen”:

Es ist drei Uhr morgens, als sechs Mitarbeiter der Hamburger Ausländerbehörde, begleitet von einigen Polizisten, an der Tür der Familie Kryezi klingeln. Die Beamten drängen in die kleine Wohnung: Eine halbe Stunde hat Elvira Kryezi Zeit, um hastig ein paar Kleider zusammenzupacken, ihre fünf Kinder zu beruhigen und Verwandte zu benachrichtigen, dass die Familie nach 15 Jahren in Deutschland in den Kosovo abgeschoben wird. Zuschulden kommen hat sich die Familie nichts, sie wollte “nur” in Deutschland bleiben. “Morgendliche Begleitung” heißt eine solche Aktion im Behördendeutsch. Die Kosten trägt der Abgeschobene.

Schätzungsweise rund 200 000 Flüchtlinge aus vielen Ländern der Welt leben quasi rechtlos in der Bundesrepublik. Etwa 20 000 Menschen leben allein in der Hansestadt behördlich “geduldet”, aber ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus. Viele von ihnen sind Kriegsflüchtlinge, die kein Asyl erhielten, die aber gleichwohl nicht abgeschoben werden durften. Sobald sich die Situation im Herkunftsland nach Einschätzung der deutschen Politik ändert, stehen sie auf den Abschiebungslisten. Das sind auch Länder wie Afghanistan, der Irak oder das Kosovo. Die quälend lange Zeit des Wartens und der Ungewissheit zermürbt die Menschen und zerstört die Familien.

Verantwortlich für die nächtlichen Abschiebungen ist die “Zentrale Ausländerbehörde” Hamburg. Hier entscheidet sich, wer bleiben darf und wer gehen muss. Gania Ferizaj aus dem ehemaligen Jugoslawien sucht sie auf, um seine Duldung zu verlängern. Eigentlich eine Routineangelegenheit. Doch der Termin beginnt mit einer Durchsuchung wie bei einem Straftäter. Szenen aus dem Film “Abschiebung im Morgengrauen”: Der Mitarbeiter der Behörde sagt: “Handy machen Sie mal bitte aus und geben mir das.” Dann die Überraschung: “Sie werden heute abgeschoben. Sie wissen, dass Sie Deutschland verlassen müssen. Und heute ist der Tag. Was ist mit Klamotten? Wo kriegen wir noch Sachen für Sie her?”

“Wir buchen, Sie fluchen – mit freundlicher Unterstützung des Reisebüros Never-Come-Back-Airlines” – den zynischen Spruch auf dem Bildschirm eines Sachbearbeiters.

Die Veranstaltungen finden in der Baracke (Scharnhorststraße 100) statt.

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HINWEIS:

Mitglieder extrem rechter Parteien oder Organisationen, sowie Personen, die der rechten Szene angehören oder mit ihr sympathisieren oder in der Vergangenheit durch rassistische Wortbeiträge aufgefallen sind und Veranstaltungen gestört haben, sind von der Teilnahme an den Veranstaltungen ausgeschlossen. Dies gilt auch für Mitglieder farbentragender Studentenverbindungen. Die VeranstalterInnen behalten sich vor von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.

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