// 03.09.2009 // 19.00 Uhr // Frauenstraße 24 //
Ein_e Referent_in des Antisexistischen Aktionsbündnis München wird über die bundesweiten Strukturen der christlichen Fundamentalist_innen und den Widerstand gegen diese informieren. Denn am 10.10.2009 planen christliche Fundamentalist_innen, die sich selbst als „Lebensschützer“ bezeichnen, einen „1000-Kreuze-Marsch“ durch München. Die Lebensschützer wollen der „Kinder“ gedenken, die jedes Jahr in Deutschland abgetrieben werden. Für die Leben der „Mütter“ interessieren sie sich einen Dreck. Auch in Münster marschierten sie dieses Jahr im März zum wiederholten Mal und werden vermutlich im nächsten Jahr wieder kommen.
Letztes Jahr zelebrierten sie ihre reaktionäre, frauenfeindliche und heterosexistische Gedenkveranstaltung in München gemeinsam mit Neonazis, von denen sie sich erst nachträglich aufgrund massiver Kritik durch Öffentlichkeit und Medien distanzierten. Christliche Gruppierungen, deren Arbeit primär auf das Verbot und die Bestrafung von Abtreibungen zielt, gehen immer offensiver gegen Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen wollen, vor. Ebenso gegen Ärzte, die solche Eingriffe ausführen. In Wien erwirkten sie die Schließung einer Klinik, in Deutschland gibt es ganze Landstriche, in denen sich Ärzte aus „moralischen“ Gründen weigern, Abbrüche vorzunehmen. Vor einer Tagesklinik in München werden täglich Frauen, welche die Klinik betreten wollen, belästigt und unter Druck gesetzt. Und alle anderen Frauen im gebärfähigen Alter, die einfach nur die Straße entlang gehen, auch. In den öffentlichen Debatten ist das Recht auf Abtreibung kaum ein Thema mehr. Dass der Schwangerschaftsabbruch in der BRD immer noch eine Straftat darstellt, wird oft vergessen, da er straffrei ist. Zudem muss jede Frau, die einen solchen Eingriff vornehmen möchte, sich einer Zwangsberatung unterziehen. Frauen besitzen also immer noch nicht im vollen Maße die Kontrolle über ihre reproduktiven Fähigkeiten, denen sie aber körperlich ausgeliefert sind, solange sie keinen absolut selbstbestimmten Zugang zu Abtreibungen haben. Solange das diskursive und moralische Recht auf Abtreibung noch nicht gewonnen ist, wird es Abtreibungsgegner- welche Motivation sie auch immer haben- immer wieder gelingen, das gesetzliche Recht auf Abtreibung zu untergraben. So hat es sich zum Beispiel „Pro Life Europe“ in Zusammenarbeit mit einigen konservativen sowie rechtspopulistischen Parteien zum Ziel gemacht, europaweit ein bedingungsloses Abtreibungsverbot durchzusetzen.
Wir wollen am 10.10.2009 in München nicht nur gegen religiöse und frauenverachtende Fanatiker demonstrieren, sondern auch für das bedingungslose Recht auf Selbstbestimmung der Frau, das Grundvoraussetzung ist für die Überwindung einer heterosexistischen und repressiven Gesellschaftsordnung.
// 03.09.2009 // 19.00 Uhr // Frauenstraße 24 //
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