In den vergangenen zwei Jahren erfasste eine auf den Hypothekenmärkten entstandene Finanzkrise die gesamte Weltwirtschaft und weitete sich zur kapitalistischen Systemkrise aus. Riesige Kapitalvermögen und Einkommen wurden vernichtet. Die Zahl der Erwerbslosen und Armen stieg sprunghaft. Seither ist nichts mehr wie früher. Gewissheiten wurden über den Haufen geworfen und Doktrinen zertrümmert. Die herrschenden Eliten verabschiedeten sich vom goldenen Kalb des Marktradikalismus und starteten gigantische geldpolitische und staatliche Stützungsprogramme.
Karl-Heinz Roth veröffentlichte Mitte des Jahres ein umfangreiches Werk zur Krise. Wird die Systemkrise wie die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre in eine lang anhaltende Depression umschlagen? Und sind dann so katastrophale Folgen wie damals in Reichweite? Um diese Fragen zu klären, hat der Verfasser ein dreiteiliges Vorgehen gewählt: Im ersten Teil rekonstruiert er die aktuelle Krisendynamik. Der zweite Teil ist der Analyse des voraufgegangenen “großen Zyklus” von 1966/67 bis 2006/07 gewidmet. Im dritten Teil folgt ein Vergleich mit den bisherigen Weltwirtschaftskrisen des industriellen Kapitalismus (1857, 1873 und 1929). Karl-Heinz Roth wird auf Einladung der Infogruppe Bankrott und der FAU sein Buch vorstellen.
Dienstag, 27.10.2009
20.00 Uhr
großer Hörsaal – Hüfferstift (FH)
Hüfferstraße 27
Münster
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