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	<title>Kommentare zu: Rassistisches “Rollback” an der Westf&#228;lischen Wilhelms-Universit&#228;t M&#252;nster?</title>
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	<link>http://www.antifa-netzwerk.de/2008/12/08/rassistisches-rollback-an-der-westfaelischen-wilhelms-universitaet-muenster</link>
	<description>antifaschistische Initiativen im Muenster- und Osnabruecker Land</description>
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		<title>Von: eam</title>
		<link>http://www.antifa-netzwerk.de/2008/12/08/rassistisches-rollback-an-der-westfaelischen-wilhelms-universitaet-muenster/comment-page-1#comment-58</link>
		<dc:creator>eam</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2008 15:26:17 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;h2&gt;Flugblatt zu Rindermann&lt;/h2&gt;
Rassistisches “Rollback” an der Universit&#228;t M&#252;nster?

Am 08.12.2008 finden am Institut f&#252;r Erziehungswissenschaften der Universit&#228;t M&#252;nster Probevortr&#228;ge im Rahmen des Berufungsverfahrens zur Besetzung einer neuen Professor_innenstelle statt. Eingeladen ist unter anderem der Psychologe und Bildungsforscher Heiner Rindermann. Dieser geriet durch zweifelhafte Aussagen in seinen Ver&#246;ffentlichungen wie auch in einem am 04.12.2007 gesendeten Interview mit “Deutschlandradio Kultur” in Verruf.

Das Interview wurde mit dem bezeichnenden Titel „Dumme Buschm&#228;nner, kluge Asiaten - Es gibt genetische Unterschiede zwischen den Rassen“ angek&#252;ndigt.  Dieser Titel ist nach der Sendung auf der Homepage des Deutschland-Radios ge&#228;ndert worden - es stellt sich allerdings die Frage, warum Herr Rindermann vor den &#246;ffentlichen Protesten kein Problem damit hatte, das Interview unter diesem angek&#252;ndigten Titel zu f&#252;hren.

Im Laufe des Interviews bezieht sich Rindermann an verschiedenen Stellen mal mehr, mal weniger deutlich auf das Konzept der “Menschenrassen” - so spricht er z. B. von genetischen Unterschieden “zwischen den Rassen, wenn man diesen Begriff w&#228;hlt, also zwischen Wei&#223;en, zwischen Schwarzen und zwischen Asiaten als die drei Gro&#223;gruppen.”

Schon seit etwa den 1990er Jahren wird in der Wissenschaft diese Theorie der drei “Gro&#223;rassen” sowie das gesamte Konzept der „Rasse“ verst&#228;rkt in Zweifel gezogen.

So stellte beispielsweise 1995 die Wissenschaftliche Arbeitsgruppe der internationalen UNESCO-Konferenz “Gegen Rassismus, Gewalt und Diskriminierung” fest: „Es gibt keinen wissenschaftlichen Grund, den
Begriff `Rasse´ weiterhin zu verwenden.“ und forderte dementsprechend, “das &#252;berholte Konzept der ,Rasse’ durch Vorstellungen und Schlussfolgerungen zu ersetzen, die auf einem g&#252;ltigen Verst&#228;ndnis
genetischer Variation beruhen, das f&#252;r menschliche Populationen angemessen ist.”
(Quelle: http://www.uni-oldenburg.de/biodidaktik/BioNew/Kattmann/schwerpunkte/rasse.html)

Moderne populations- und molekulargenetische Untersuchungen zeigen, dass die herk&#246;mmliche Einteilung der Menschheit in „Rassen“ keine wissenschaftliche Grundlage besitzt und daher ad acta gelegt werden
sollte.

Manche Wissenschaftler_innen halten die Einteilung der Menschheit in „Rassen“ an sich schon f&#252;r eine rassistische Theorie, die aus au&#223;erwissenschaftlichen Alltagsvorstellungen und sozialpsychologischen
Bed&#252;rfnissen gespeist wird.

Mag Herr Rindermann in einer apologetischen Stellungnahme zu dem besagten Interview auch betonen, das Thema “Rasse” sei nicht seines - eine klare und deutliche Distanzierung von &#252;berholten Rassetheorien findet sich dort leider bis heute nicht. Doch w&#228;re eine solche Distanzierung - angesichts diverser Stellen im Interview, die er selbst als “nicht optimal”, als “ung&#252;nstig” bewertet - nicht dringend f&#228;llig? Wie besser k&#246;nnte Herr Rindermann fortgesetzten Spekulationen &#252;ber rassistische &#196;u&#223;erungen in seinen Publikationen und Interviews begegnen - Spekulationen, die z. B. dadurch immer wieder gen&#228;hrt werden, dass er sich in seinen Ver&#246;ffentlichungen mehrfach auf den US-amerikanischen „Rasse“-Forscher John Philippe Rushton sowie den Psychologen Arthur Jensen - einen der exponiertesten Akteure im wissenschaftlichen Rassismus - bezieht.

Sicherlich ist es ebenfalls Wasser auf den M&#252;hlen seiner Kritiker, wenn er in seiner Publikation „The g-Factor of International Cognitive Ability Comparisons“ (2007) von „cultural, educational, social and genetic characteristics of Jews“ (S. 693) schreibt - und so J&#252;dinnen und Juden in der ganzen Welt nicht vorrangig als religi&#246;se Glaubensgemeinschaft, sondern als genetisch homogene, von anderen Menschen durch ihr Erbmaterial unterschiedene Gruppe - eben als eine Form von “Rasse” - definiert.

Dabei bezieht sich Rindermann in besagter Studie auf einen Volkmar Weiss und dessen Schrift „Die IQ-Falle. Intelligenz, Sozialstruktur und Politik“ (2000). Diese Schrift erschien in dem rechtsextremen, antisemitischen Grazer Leopold-Stocker-Verlag. Volkmar Weiss, Biologe, Genetiker und ehemaliger Leiter der „Deutschen Zentralstelle f&#252;r Genealogie“ in Leipzig, stellt seine wissenschaftliche Arbeit auch schon auch mal in den Dienst der NPD: F&#252;r die neonazistische Partei sa&#223; Weiss als externer Experte in einer Enquetekommission des S&#228;chsischen Landtags zur demografischen Entwicklung.

Dass Herr Rindermann trotz der breiten &#246;ffentlichen Diskussion um das besagte Interview und   seine Publikationen als potentieller Anw&#228;rter auf eine Professur an der Westf&#228;lischen Wilhelms-Universit&#228;t vorsprechen darf, ist nicht hinnehmbar. Kritische Distanz ist das mindeste, was hier von einer universit&#228;ren Berufungskommission erwartet werden darf.

Herr Rindermann sollte solange keine Lehrveranstaltungen anbieten d&#252;rfen, bis er sich deutlich von einer wissenschaftlich &#252;berholten Rassevorstellung distanziert hat. Es ist fraglich, ob er ohne eine solche Distanzierung als Hochschullehrer tragf&#228;hig ist. Mit seinen &#196;u&#223;erungen tr&#228;gt er - gewollt oder ungewollt - einen rassistischen “Rollback“ in die Wissenschaft.
An der Universit&#228;t M&#252;nster wird er so nicht willkommen sein.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<h2>Flugblatt zu Rindermann</h2>
<p>Rassistisches “Rollback” an der Universit&#228;t M&#252;nster?</p>
<p>Am 08.12.2008 finden am Institut f&#252;r Erziehungswissenschaften der Universit&#228;t M&#252;nster Probevortr&#228;ge im Rahmen des Berufungsverfahrens zur Besetzung einer neuen Professor_innenstelle statt. Eingeladen ist unter anderem der Psychologe und Bildungsforscher Heiner Rindermann. Dieser geriet durch zweifelhafte Aussagen in seinen Ver&#246;ffentlichungen wie auch in einem am 04.12.2007 gesendeten Interview mit “Deutschlandradio Kultur” in Verruf.</p>
<p>Das Interview wurde mit dem bezeichnenden Titel „Dumme Buschm&#228;nner, kluge Asiaten &#8211; Es gibt genetische Unterschiede zwischen den Rassen“ angek&#252;ndigt.  Dieser Titel ist nach der Sendung auf der Homepage des Deutschland-Radios ge&#228;ndert worden &#8211; es stellt sich allerdings die Frage, warum Herr Rindermann vor den &#246;ffentlichen Protesten kein Problem damit hatte, das Interview unter diesem angek&#252;ndigten Titel zu f&#252;hren.</p>
<p>Im Laufe des Interviews bezieht sich Rindermann an verschiedenen Stellen mal mehr, mal weniger deutlich auf das Konzept der “Menschenrassen” &#8211; so spricht er z. B. von genetischen Unterschieden “zwischen den Rassen, wenn man diesen Begriff w&#228;hlt, also zwischen Wei&#223;en, zwischen Schwarzen und zwischen Asiaten als die drei Gro&#223;gruppen.”</p>
<p>Schon seit etwa den 1990er Jahren wird in der Wissenschaft diese Theorie der drei “Gro&#223;rassen” sowie das gesamte Konzept der „Rasse“ verst&#228;rkt in Zweifel gezogen.</p>
<p>So stellte beispielsweise 1995 die Wissenschaftliche Arbeitsgruppe der internationalen UNESCO-Konferenz “Gegen Rassismus, Gewalt und Diskriminierung” fest: „Es gibt keinen wissenschaftlichen Grund, den<br />
Begriff `Rasse´ weiterhin zu verwenden.“ und forderte dementsprechend, “das &#252;berholte Konzept der ,Rasse’ durch Vorstellungen und Schlussfolgerungen zu ersetzen, die auf einem g&#252;ltigen Verst&#228;ndnis<br />
genetischer Variation beruhen, das f&#252;r menschliche Populationen angemessen ist.”<br />
(Quelle: <a href="http://www.uni-oldenburg.de/biodidaktik/BioNew/Kattmann/schwerpunkte/rasse.html)" rel="nofollow"></a><a href='http://www.uni-oldenburg.de/biodidaktik/BioNew/Kattmann/schwerpunkte/rasse.html'>http://www.uni-oldenburg.de/biodidaktik/BioNew/Kattmann/schwerpunkte/rasse.html</a>)</p>
<p>Moderne populations- und molekulargenetische Untersuchungen zeigen, dass die herk&#246;mmliche Einteilung der Menschheit in „Rassen“ keine wissenschaftliche Grundlage besitzt und daher ad acta gelegt werden<br />
sollte.</p>
<p>Manche Wissenschaftler_innen halten die Einteilung der Menschheit in „Rassen“ an sich schon f&#252;r eine rassistische Theorie, die aus au&#223;erwissenschaftlichen Alltagsvorstellungen und sozialpsychologischen<br />
Bed&#252;rfnissen gespeist wird.</p>
<p>Mag Herr Rindermann in einer apologetischen Stellungnahme zu dem besagten Interview auch betonen, das Thema “Rasse” sei nicht seines &#8211; eine klare und deutliche Distanzierung von &#252;berholten Rassetheorien findet sich dort leider bis heute nicht. Doch w&#228;re eine solche Distanzierung &#8211; angesichts diverser Stellen im Interview, die er selbst als “nicht optimal”, als “ung&#252;nstig” bewertet &#8211; nicht dringend f&#228;llig? Wie besser k&#246;nnte Herr Rindermann fortgesetzten Spekulationen &#252;ber rassistische &#196;u&#223;erungen in seinen Publikationen und Interviews begegnen &#8211; Spekulationen, die z. B. dadurch immer wieder gen&#228;hrt werden, dass er sich in seinen Ver&#246;ffentlichungen mehrfach auf den US-amerikanischen „Rasse“-Forscher John Philippe Rushton sowie den Psychologen Arthur Jensen &#8211; einen der exponiertesten Akteure im wissenschaftlichen Rassismus &#8211; bezieht.</p>
<p>Sicherlich ist es ebenfalls Wasser auf den M&#252;hlen seiner Kritiker, wenn er in seiner Publikation „The g-Factor of International Cognitive Ability Comparisons“ (2007) von „cultural, educational, social and genetic characteristics of Jews“ (S. 693) schreibt &#8211; und so J&#252;dinnen und Juden in der ganzen Welt nicht vorrangig als religi&#246;se Glaubensgemeinschaft, sondern als genetisch homogene, von anderen Menschen durch ihr Erbmaterial unterschiedene Gruppe &#8211; eben als eine Form von “Rasse” &#8211; definiert.</p>
<p>Dabei bezieht sich Rindermann in besagter Studie auf einen Volkmar Weiss und dessen Schrift „Die IQ-Falle. Intelligenz, Sozialstruktur und Politik“ (2000). Diese Schrift erschien in dem rechtsextremen, antisemitischen Grazer Leopold-Stocker-Verlag. Volkmar Weiss, Biologe, Genetiker und ehemaliger Leiter der „Deutschen Zentralstelle f&#252;r Genealogie“ in Leipzig, stellt seine wissenschaftliche Arbeit auch schon auch mal in den Dienst der NPD: F&#252;r die neonazistische Partei sa&#223; Weiss als externer Experte in einer Enquetekommission des S&#228;chsischen Landtags zur demografischen Entwicklung.</p>
<p>Dass Herr Rindermann trotz der breiten &#246;ffentlichen Diskussion um das besagte Interview und   seine Publikationen als potentieller Anw&#228;rter auf eine Professur an der Westf&#228;lischen Wilhelms-Universit&#228;t vorsprechen darf, ist nicht hinnehmbar. Kritische Distanz ist das mindeste, was hier von einer universit&#228;ren Berufungskommission erwartet werden darf.</p>
<p>Herr Rindermann sollte solange keine Lehrveranstaltungen anbieten d&#252;rfen, bis er sich deutlich von einer wissenschaftlich &#252;berholten Rassevorstellung distanziert hat. Es ist fraglich, ob er ohne eine solche Distanzierung als Hochschullehrer tragf&#228;hig ist. Mit seinen &#196;u&#223;erungen tr&#228;gt er &#8211; gewollt oder ungewollt &#8211; einen rassistischen “Rollback“ in die Wissenschaft.<br />
An der Universit&#228;t M&#252;nster wird er so nicht willkommen sein.</p>
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