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Kemna-Affäre: Ermittlungen gegen NPD-Chef Voigt

veröffentlich am Freitag, 09. Januar 2009

Die Affäre um den ehemaligen Bundesschatzmeister der NPD, Erwin Kemna, weitet sich aus. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun auch gegen zwei Wirtschaftsprüfer und den Bundesvorsitzenden Udo Voigt. Ihnen wird vorgeworfen, Rechenschaftsberichte manipuliert und Gelder auf „Schwarze Kassen“ transferiert zu haben. Bislang war es der Partei gelungen, die Verantwortung für ihr finanzielles Chaos auf den nun inhaftierten Kemna zu schieben.

Kemna war im September vom Landgericht Münster wegen „Untreue zu Lasten der NPD“ zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Er hatte von 2004 bis 2006 exakt 741.250 Euro auf Konten seiner Firma umgeleitet, um sie vor der Insolvenz zu retten. Im Prozess war öffentlich geworden, dass Kemna in der NPD kaum kontrolliert wurde. Parteichef Voigt liess ihm jahrelang freie Hand, stellte ihm sogar Blanko-Darlehensverträge aus, weswegen er in den eigenen Reihen massiv kritisiert wird. Schon damals war vermutet worden, dass Voigt und andere führende Parteikader Einblick in das „System Kemna“ gehabt haben müssten. Dieser Verdacht scheint sich mit den neuen Ermittlungen nun zu erhärten.

Auch gegen Kemna wird seit November wieder in neuen Fällen ermittelt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Udo Voigt beim nächsten Bundesparteitag abgewählt wird. Andreas Molau, Sprecher der Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern und Spitzenkandidat für die niedersächsische Landtagswahl 2008, hat eine Gegenkandidatur bestätigt.

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