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“Keine Homezone für Nazis” – Große Antifa-Demo in Dortmund

veröffentlich am Sonntag, 29. März 2009

Jedes Jahr gedenken viele Hundert AntifaschistInnen der Ermordung von Thomas “Schmuddel” Schulz, der am 28. März 2005 von einem Neonazi erstochen wurde. Am Samstag demonstrierten zwischenzeitlich deutlich über 800 Menschen unter dem Motto “Keine Homezone für Nazis” in Dortmund. Die Antifaschistische Union Dortmund und viele andere antifaschistische Gruppen aus NRW hatten zur Teilnahme aufgerufen.

Gegen 15.30 Uhr setzte sich der Zug vom Bahnhofsvorplatz in Richtung Dortmund-Dorstfeld in Bewegung. Der Vorort Dorstfeld gilt als “Nazihochburg”. Fast sämtliche Kader des “Nationalen Widerstand Dortmund” wohnen im Stadtteil. Auch der mittlerweile geschlossene Szeneladen “Donnerschlag” befindet sich hier. Die Antifa-Demo sollte ein ein starkes Zeichen gegen die rechte Hegemonie setzen und den Mythos von der “National befreiten Zone” Dorstfeld brechen.

Im Verlauf der Veranstaltung kam es mehrmals zu kleineren Zwischenfällen, als Angehörige der rechten Szene versuchten, die DemonstrantInnen zu filmen. Diese reagierten ihrerseits durch Sprechchöre und das Werfen verschiedener Gegenstände auf die Provokationen der Neonazis. Wenig ruhmreich war wieder einmal das Verhalten der Polizei, die sich außer Stande sah, die neonazistischen Provokationen zu unterbinden und stattdessen immer wieder die TeilnehmerInnen der antifaschistischen Demonstration schikanierte. Vier AntifaschistInnen wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen.

Insgesamt kann die Demonstration als Erfolg gewertet werden. Gerade vor dem Hintergrund zweier zeitgleich stattfindender bundesweiter Demonstrationen in Berlin und Frankfurt ist die Zahl der TeilnehmerInnen erfreulich hoch ausgefallen. Den Dortmunder Bürgerinnen und Bürgern wurde durch diese kraftvolle und entschlossene Demonstration deutlich gemacht, dass antifaschistisches Engagement gegen neonazistische Umtriebe auch vor dem rechten Szenestadtteil Dorstfeld nicht Halt machen wird.

An einer weiteren Gedenkkundgebung, die ab 18:30 Uhr an der U-Bahnhaltestelle Kampstraße stattfand, nahmen rund 100 Personen teil. Mit Redebeiträgen und Live-Musik wurde auch hier am Tatort dem vor vier Jahren ermordeten Punk Thomas Schulz gedacht.

Am Nachmittag marschierten rund 170 Neonazis aus ganz Nordrhein-Westfalen fernab jeder öffentlichen Wahrnehmbarkeit durch Dorstfelds Peripherie.

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