Das Bundesinnenministerium hat heute die neonazistische “Heimattreue Deutsche Jugend” (HDJ) verboten. Das Verbot ist sofort gültig und verbietet sämtliche Aktivitäten des Vereins, dessen Besitz beschlagnahmt worden ist. Die HDJ galt als Nachfolge-Organisation der 1994 verbotenen Wiking-Jugend und indokrinierte Kinder und Jugendliche im Sinne des Nationalsozialismus. Immer wieder hatten Zeltlager, paramilitärische Übungen und Veranstaltungen, bei denen auch “Rasseschulungen” abgehalten wurden, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregt. Auch im Landkreis Osnabrück war die HDJ aktiv. Ihre Funktionäre Christian Fischer und Christian von Felsen sind NPD-Mitglieder. Auch ihre Wohnungen wurden den letzten Jahren von der Polizei durchsucht, u.a. wurde eine Rohrbombe gesucht.
Das Verbot wurde von der Bundesregierung seit Herbst letzten Jahres vorbereitet. Dass es überhaupt in Angriff genommen wurde, ist aber nur der beharrlichen Öffentlichkeitsarbeit von AntifaschistInnen zu verdanken, die immer wieder auf die Aktivitäten des Vereins hinwiesen. Zuvor konnte die HDJ viele Jahre weitgehend ungestört handeln. Wenn das Vereinsverbot nicht binnen eines Monats beim Bundesverwaltungsgericht angefochten wird, ist es rechtsgültig.
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