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Urteilsverkündung gegen zwei “Autonome Nationalisten” in Ahlen

veröffentlich am Samstag, 11. April 2009
Nazis umringt von Polizei

Nazis umringt von Polizei

Am Donnerstag, den 09.04. wurde das Urteil über 2 Mitglieder der “Autonomen Nationalisten Ahlen (ANA)” vor dem Ahlener Jugendschöffengericht gefällt. Daniel Bake wurde unter anderem wegen mehrfacher Körperverletzung zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Sein Mitangeklagter Dirk Splettstößer erhielt eine Freiheitsstrafe von 10 Monaten mit Vorbewährung. Außerdem muss er 200 Sozialstunden abarbeiten.
Anlässlich dieser Urteilsverkündung gab es am Donnerstag mehrere Kundgebungen und Demonstrationen in Ahlen, die ein deutliches Zeichen gegen rechts setzten.

Auf dem Marktplatz fand eine Kundgebung, initiiert vom Ahlener Bürgermeister statt, an der sich viele engagierte Bürger_innen aus Ahlen beteiligte. Das sich die Nazis gleich in der Nähe sammelten, interessierte sie jedoch wenig, sie blieben auf dem Markt. Dies war vielen Antifaschist_innen jedoch zu weit vom Geschehen entfernt. Nachdem nach dem Vorletzten Verhandlungstag rund 60 Nazis durch Ahlen marschierten, wollten sie nun bei der Urteilsverkündung zeigen, wem die Stadt gehört und einen zumindest nicht auszuschließenden erneuten rechten Demoversuch direkt unterbinden. Der Gerichtssaal war gefüllt mit Antifaschist_innen, die den Prozess beobachteten. Nazis konnten daher nicht mehr an dem Prozess teilnehmen, da der Raum überfüllt war. Sie sammelten sich vor dem Gerichtsgebäude und wurden auch dort von Gegendemonstrant_innen umringt und übertönt. Leider konnten sie jedoch, geschützt durch die Polizei eine sehr kurze und leise Demonstration durch Ahlen durchführen.
Gegen 17:30 Uhr fand eine antifaschistische Demonstration mit ca. 70 Teilnehmer_innen durch die Innenstadt Ahlens statt.

Mit Daniel Bake und Dirk Splettstößer wurden zwei Kader der Autonomen Nationalisten Ahlen verurteilt. Es bleibt ab zu warten, ob dadurch die Aktivitäten der ANA eingedämmt werden können. Letztendlich wird kein Gericht extrem rechtes Gedankengut und daraus resultierendes Handeln unterbinden können. Es bleibt die Aufgabe der Zivilgesellschaft sich gegen Neonazis, Rassismus und Antisemitismus aufzulehnen, denn nur dadurch kann ein weiteres Erstarken der extremen Rechten verhindert werden.

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