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Der 8. Mai 2009 in Münster

veröffentlich am Samstag, 09. Mai 2009

Zur jährlichen Gedenkkundgebung am „Tag der Befreiung“ versammelten sich am Freitag Abend über 80 Personen am Gedenkort „Zwinger“ an der Promenade. Die RednerInnen der Antifaschistischen Linken Münster und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes /Bund der AntifaschistInnen (VVN/BdA) erinnerten in ihrem gemeinsamen Beitrag an die Nazi-Verbrechen, die auch in Münster stattfanden. Von der Zerschlagung der Gewerkschaften über die Bücherverbrennung bis zur Deportation der jüdischen Münsteraner wurde ein weiter Bogen gespannt. Der „Zwinger“ selbst war in der NS-Zeit ein Gestapo-Gefängnis, in dem auch Folter und Hinrichtungen stattfanden. Auch heute gelte es wieder, sich der Gefahr von Rechts gemeinsam in den Weg zu stellen. (Die Rede erscheint in den nächsten Tagen bei der Antifa Linken Münster)

Als nächstes folgte ein Redebeitrag der Gruppe Forward [M]. Ein sowjetischer Veteran rief in einem kurzen Grußwort die Teilnehmenden zum „Kampf gegen den neuen Faschismus“ auf. Im Anschluss an eine Gedenkminute wurden einige Kränze und Blumen am Gedenkstein niedergelegt. Die beiden literarischen Beiträge mussten leider aufgrund des schlechten Wetters ausfallen. Im strömenden Regen sangen die TeilnehmerInnen zum Abschluss gemeinsam das „Moorsoldatenlied“.

Fast 70 BesucherInnen hörten im Anschluss in der bis auf den letzten Stuhl gefüllten Aula der ESG den Lebensbericht des ehemaligen Sowjet-Veteranen Yakau Aronowitsch Raikhmann. Nach der Schule kämpfte er zunächst als einfacher Soldat eines Schützenregiments gegen die Wehrmacht, später wurde er in die nachrichtendienstliche Abteilung der Roten Armee versetzt. Er hatte sich durch seine Deutsch-Kenntnisse empfohlen. Raikhmann berichtete aber auch über den Antisemitismus während der Stalin-Ära und die beruflichen Diskriminierungen, denen er deswegen ausgesetzt war.

Da der 8. Mai als „Tag der Befreiung“ für alle AntifaschistInnen auch ein Feiertag ist, wurde er noch beim Konzert im ND12 oder in der Cocktail-Bar des Club Courage ausgiebig gefeiert. Die Veranstaltungen zum 8. Mai haben sich in Münster längst etabliert und sind zu einem Treffpunkt von jungen und alten AntifaschistInnen verschiedenster politischer Richtung geworden. Daran wollen wir auch im kommenden Jahr anschließen.

Teil des diesjährigen „8.Mai-Bündnis“ waren: Antifaschistische Linke Münster, Bar Antifascista, Emanzipatorische Aktion Münster – Lotta Antifascista, Forward [M], Initiative “Blumen für Stukenbrock” Münster, Linksjugend [solid] Münster, Kulturverein Frauenstraße 24 e.V. , Russischsprachige Studierendengemeinde, VVN/BdA

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