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Mehrere Verletzte nach Polizeiangriff auf antifaschistische Party in Münster

veröffentlich am Montag, 24. August 2009

Stoppt-Polizeigewalt

Mehrere Hundebisse und Verletzungen durch Pfefferspray: Das ist das Ergebnis einer Soliparty gegen den für den 5. September geplanten Naziaufmarsch in Dortmund. Bis ca. 0Uhr feierten rund 40 Partygäste ganz normal und wie immer. Der folgende Bericht schildert den Ablauf des Abends und soll der Frage nachgehen, wie eine ganz normale Party so eskalieren konnte.

Bis zwei Menschen vom Ordnungsamt gegen 0Uhr in die Baracke kamen um sich zu beschweren, dass die Musik zu laut sei, feierten die Partygäste locker und ausgelassen. Der Aufforderung des Ordnungsamtes wurde trotzdem direkt folge geleistet, die Musik wurde leiser gedreht, nach 5 Minuten sogar komplett ausgestellt, da bereits an diesem Punkt deutlich wurde, dass der Herr vom Ordnungsamt sehr aggressiv auftrat. Er wollte die Personalien der DJanes, welche sie ihm mit dem Kommentar verweigerten, sie seien nicht für diese Party verantwortlich. Der Mann zückte sein Pfefferspray und rief die Polizei. Während der Wartezeit beschimfte er die Anwesenden als “scheiß Studis” mit denen man nicht reden könne.

Diese erschien rund 5 Minuten später, war jedoch auch keineswegs gesprächsbereit sondern stürmte direkt in die Location und griff sich eine Person heraus, die sie zum Verantwortlichen erklären wollte. Nach einigem hin und her riefen die Beamten nach Verstärkung und versperrten die Türen, damit niemand das Gebäude verlassen konnte. Bereits zu diesem Zeitpunkt erklärten sich Menschen bereit als Verantwortliche zu fungieren und ihre Personalien ab zu geben, die Beamten interessierten sich jedoch überhaupt nicht dafür. Als ein Gast die Situation filmen wollte, schlug ihm der Herr vom Ordnungsamt mit der Faust ins Gesicht, damit er dies unterlasse.

Auch die Verstärkung stürmte direkt in das Gebäude ohne sich erstmal einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Sie griffen sich willkürlich eine Person heraus um sie im Polizeigriff abzuführen. Gleichzeitig setzten sie im geschlossenen Raum Pfefferspray gegen einige anwesende Partygäste ein. Auch außerhalb der Baracke war die Polizei wenig kooperativ. Diejenigen, die verantwortlich für die Party zeichnen wollten, wurden ignoriert, andere willkürlich und ohne Grund dazu aufgefordert ihre abzugeben. Als ein paar Menschen sich von der Baracke entfernten rannte ein Polizist hinterher um eine Person fest zu halten, wobei er stolperte. Ein anwesender Polizist lies ohne zu fragen was geschehen sei seinen Hund mit dem Befehl “Dienstsoldat – Einsatz!” von der Leine. Dieser verbiss sich in der Hüfte einer Person und konnte auch von seinem Herrchen nur schwer wieder gebändigt werden. Auch nach dessen Erscheinen riss sich der Hund los und biss erneut zu. Die ärztliche Versorgung der Wunden vor Ort wurde durch die Beamten untersagt und erst eine Stunde später auf der Wache gestattet.

Das traurige Ergebnis einer normalen Party: Mehrere verletzte Personen, drei Verhaftungen und Tatvorwürfe von Widerstand über Landfriedensbruch bis hin zu Körperverletzung.

Wir denken, dass das Vorgehen der Polizei eine völlig unverhältnismäßige einseitige Eskalation darstellte. Der Grund ihres Auftauchens – die Ruhestörung – war bei ihrem Erscheinen bereits nicht mehr gegeben, da die Anlage bereits abgebaut worden war. Sie wurden zu keinem Zeitpunkt bedroht oder gar angegriffen und haben durch ihren Einsatz von Pfefferspray in einem geschlossenen Raum bewusst die Verletzung von einfachen Partygästen in Kauf genommen. Vor allem der Einsatz eines Hundes ohne Maulkorb und Leine, der zudem nicht mal ordentlich auf Rückrufe zu hören scheint, ist ein massiver nicht zu rechtfertigender Polizeiangriff.

Wir fordern die Polizei auf sich für ihr Vorgehen und ihre Gewalt zu entschuldigen. Wir fordern sie zudem auf die Strafanzeigen sofort zurück zu nehmen. Die Art des Einsatzes von massiver Gewalt gegen Partygäste darf auf keinen Fall zum Normalfall werden!

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